Teneriffas neue Chance:
das Hollywood Europas

Film- und TV-Industrie
wittert Goldgräberzeiten



LA (Las Americas).
Die Teamchefin der Fernsehproduktion ist überglücklich: Vier Szenen mit unterschiedlichem landestypischem Flair musste sie "in den Kasten" kriegen. Und die einzige Bewegung, die dazu nötig wird, ist eine Kamera-Fahrt auf acht Meter langen Schienen. Südfrankreich, Italien, Andalusien und Griechenland - der historische Kirchplatz von Garachico hat das Zeug zum Alleskönner, was die Location, also den (Ideal-)Standort und Drehort betrifft. Teneriffa umschliesst als Ideal-Kulisse für jeden geografischen Zweck eine ganze Welt, ist eine ganze Welt im Kleinen.
Zur gleichen Zeit versucht Starregisseur Peter Kehler (Traumschiff, Schwarzwaldklinik, Rosalinde Pilcher) mit seinem zweiten Team und dem ZDF-Ferienarzt von La Orotava aus zu dem schon auf dem frühlingshaften Teide wartenden ersten Drehteam durchzudringen. Die Wolfgang Rademann-Produktion bleibt auf halber Strecke im Tiefschnee stecken, muss von der Polizei aus den Schneemassen befreit werden. Und nutzt für den Rest des Tages den Sommer 10 Auto-Minuten tiefer, um andere Szenen und Schnittbilder einzufangen. Drei Jahreszeiten zur gleichen Stunde, das macht Teneriffa auch nicht so schnell einer nach.
Blühende Tropengärten, abenteuerliche Dschungelpfade, Wüsten in der Trockenstarre oder vegetationslose Mondlandschaften, Teneriffa vereint alles. Dazu kommen die zahlreichen Parks, in denen sich Film- und Fernsehteams geradezu die Türklinke in die Hand geben: Eine "Unterwasser-Aufnahme" ohne Unterwasser-Kamera, eine 200köpfige Pinguin-Kolonie auf dem verschneiten Südpol, und das mitten in Teneriffa. "Ausserdem bekommen Fotografen und Kameraleute, so der Medienprofi Klaus Neuner, hier Kinder und Senioren aus aller Welt vor die Linse, weil Teneriffa in sich ein Mikrokosmos ist".
All diese einzigartigen Vorteile multiplizieren sich mit einem weiteren Pre: Das beste Licht der Welt, 365 Tage lang im Jahr, lässt Fotografenherzen höher schlagen. Und Produzenten wie Wolfgang Rademann (Traumschiff, usw.) sind ständig auf dem Sprung auf die Kanareninsel, weil das eine teure Produktion planbar macht, ohne wetterbedingte Ausfälle, Leerlauf für die oft 40/50 köpfigen Teams.usw. Für Fotograf Klaus Neuner ist Teneriffa längst auf dem Weg. Zum neuen Hollywood aufzusteigen. Gerade die letzten Tage haben er und der Werbeprofi Weidner, der Teneriffa gegen seinen bisherigen Vorzugsort Kalifornien eingetauscht hat Topmodels aus aller Welöt, von Australien bis New York einfliegen lassen, für 2000 bis 3000 Euro Tagesgage.
Aydin Riza, Geschäftsführer der grössten Produktionsgesellschaft 24-6 (allseits bereit an 24 Stunden am Tag, an 6 Tagen die Woche) ist ebenfalls überzeugt, dass Teneriffa mit den gleichen Chancen konfrontiert ist, wie Kalifornien vor 70 Jahren. Bloss, die Einheimischen müssten mehr Geld in die Köpfe hiesiger Talente einvestieren (wie er selbst), statt das Geld von der Insel weg zu bringen. Teilt er das Insidergeruecht aus der Branche, in den naechsten Wochen koennte Teneriffas Film- und Werbeindustrie vor einem Quantensprung stehen? Aydin Riza zuckt mit den Schultern. Aber nicht ahnungslos, sondern so wie einer, der etwas gar nicht mehr erwarten kann.
Auf jeden Fall: In den nächsten Wochen können Teneriffa-Besucher und Residenten ein einmaliges Seeschauspiel bewundern - den Untergang der Pamir. Diese grösste deutsche Produktion 2005 dreht an 21 Tagen auf Teneriffa, davon 17 Tage auf See. - mit einem 120 Meter langen Vier-Master. Das vielversprechende Filmprojekt braucht etwas, was es ebenfalls auf der welt nur an einer Stelle gibt - auf Teneriffa: Brausender Sturm und laehmende Flaute, und das an ein und demselben Drehtag.
c/ Textfinca





Humboldts Teneriffa-Abenteuer:
Machen sie in Amerika Karriere?


Icod / Madrid. "Der Anfang einer langen Reise" findet seine Fortsetzung. Die letzten Tage hat das erste und bis heute einzige zweisprachige Schauspiel der Welt vom kanarischen Icod de los Vinos aus den Sprung aufs europäische Festland geschafft und ist vom anspruchsvollen Madrider Hauptstadt-Publikum genau so begeistert aufgenommen worden wie zuvor vom kanarischen in den 12 Aufführungen an den Originalschauplätzen auf Teneriffa.

Der zweifache Gastspielerfolg in der spanischen Hauptstadt hat dem deutsch-kanarischen Autoren-, Hauptdarsteller- und Regie-Duo Antonia Jaster und Ulises Hernandez vom Icoder "Jasteatro" enormen Auftrieb gegeben, nach Madrid könnten sie sich nun auch an den anderen Reise- und Forschungsstationen Humboldts durch die Neue Welt "entlangspielen". Ist damit eine Gastspieltournee der populären Humboldt-Interpreten durch Amerika in greifbare Nähe gerückt? Abergläubig, wie Theaterleute eben sind, will Antonia Jaster den Wunschtraum nicht in den Mund nehmen, damit er nur ja nicht zerbricht, indem sie ihn ausspricht. Aber an Angeboten, weiss die Theaterwelt, fehlt es nun nicht mehr.

In Madrid hatte "Jasteatro" mit der humorvollen Humboldt-Interpretation a-la-Jaster / Hernandez in gleich zwei Aufführungen Furore gemacht : im "Museo de America" und als Teneriffas Gastgeschenk an die Hauptstädter, zum kanarischen Nationalfeiertag "Dia de Canarias" im Casa de Canarias in Madrid. Selbst anwesende Humboldt-Forscher und Humboldt-Biografen, bestätigen Augenzeugen, verliessen das Gastspiel mit Freudentränen in den Augen.

Selbst die vielen kanarischen Frotzeleien in dem deutsch-spanischen Theaterstück haben die Hauptstädter keineswegs in den falschen Hals bekommen. Allerdings haben die mutigen Theater-Pioniere von Icod de los Vinos einen Vorgeschmack davon bekommen, wie sperrig das Original-Reisegepäck von Alexander von Humboldt in heutige Verkehrsmittel wie Flugzeuge zu wuchten ist. Humboldts Schrankkoffer, davon haben sie vorsichtshalber ein Duplikat schon mal in Madrid zurückgelassen. Nicht auszudenken, Antonia & Co müsste demnächst sogar Bühnendekorationen wie den Teide und den Drachenbaum mitsamt Stahlskelett zum Dranhängen im Reisegepäck bis nach Amerika bugsieren.
c / TextFinca

Mehr über Humboldts gespielte Teneriffa-Abenteuer und ihre Macher gibt´s in der oberen Rubrikleiste "Teneriffa-Pioniere" unter den Titeln

"Was geschah vor 200 Jahren auf Teneriffa wirklich", und
"Sie enthüllen einen anderen Humboldt - Theater-Duo widerlegt Legenden und illustriert deutsche Fettnäpfchen"



Mini-U-Bott jagt 20-m-Riesenkrake

Santa Cruz. Der Ozean rund um Teneriffa und das kanarische Insel-Archipel und das geheimnisumwitternste Tier der Welt sollen ihre letzten Geheimnisse preisgeben. Dieses Ziel verfolgt eine Expedition, zu der im Juli höchst ungewöhnliche Partner in die Tiefsee um Teneriffa aufbrechen werden: Die Insel-Regierung, Discovery Channell, der Abenteuer- und Entdeckerclub Spanien 1997 und "Explora Films". Per Zweimann-Mini-U-Boot wollen sie in die Tiefen des Atlantiks abtauchen und das sagenumwogene Riesentier aufstöbern, seine Gewohnheiten im Film festhalten und den Riesentintenfisch und seine Fortbewegungsgeschwindigkeit erforschen.
Die Wahl der Initiatoren fiel auf den Ozean um Teneriffa, weil Experten hier in 1- bis 2tausend Metern Tiefe die stabilste Riesenkraken-Population der Welt vermuten. Ganz so tief, hoffen die tauchenden Forscher, müssen sie aber gar nicht runter. Die gigantischen Tiefseebewohner tauchen - touristenfreundlich - nur bis 300 m unter dem Meeresspiegel auf, um dort nach Nahrung zu jagen. Sie selbst haben hauptsächlich einen Feind - den Pottwal. An seine "Fersen" werden sich deshalb auch die Krakenforscher heften.
c / TextFinca



Drogen-Fahnder dealten mit
700 kg Kokain auf Segler entdeckt


Santa Cruz. Die Flughäfen Teneriffas, Reina Sofia (Süd) und Los Rodeos (Nord) sowie kanarische Häfen sind Hauptumschlag-Zentren für den organisierten Drogenhandel zwischen Südamerika, Madrid bzw. Mitteleuropa. Um insbesondere der Kokain-Mafia ihre Schlupflöcher zu verstopfen, haben Nationalpolizei und Guardia Civil die Spezialeinheit EDOA gezielt an den Brennpunkten der Drogenschleusen eingesetzt. Viele Monate allerdings ohne Erfolg. Den Grund für die Erfolglosigkeit hat jetzt eine streng geheime "Operation Nexu" dingfest gemacht. Statt den Drogenschmuggel im grossen Stil zu bekämpfen, haben ausgerechnet mehrere Sonderfahnder von Guardia Cicil und Nationalpolizei ihn aktiv gefördert, also praktisch haben sie mit gedealt.

Der Deal mit den internationalen Verbrechern ging so: Sobald ein Drogenkurier in Südamerika in Marsch gesetzt wurde, wurde den polizeilichen Helfern der Drogenmafia auf Teneriffa Personenbeschreibung, Flugdaten, Ankunftzeiten usw. übermittelt, wen sie auf jeden Fall unkontrolliert passieren lassen sollen. Als Hauptverdächtige sind bisher die beamteten Sonderfahnder sowie knapp zehn Zivilisten, darunter zwei Frauen, verhaftet worden.

Um die sensiblen Ermittlungen gegen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen zum Erfolg zu führen, mussten GC und Nationalpolizei die "Operation Nexu" und den empfindlichen Schlag gegen die Drogenmafia fast zwölf Monate lang vorbereiten. In den jetzt laufenden Ermittlungen und Verhören wollen beide Polizeien möglichst alle in den Drogenhandel verstrickten Beamten enttarnen.

70jähriger schmuggelte 700 kg Kokain


Ein wichtiger Teilerfolg war ausserdem das Aufbringen eines Drogenseglers im Hafen von La Restinga auf El Hierro. Auf der elf Meter langen "Momo" eines 70 Jahre alten italienischen Eigners wurden 700 Kilogramm reinstes Kokain im Wert von 22 Millionen Euro von Südamerika auf die Kanaren geschmuggelt.
pk / TextFinca



Ein rätselhafter Untergrund
unterhöhlt den Drachenbaum


Icod de los Vinos. Auf Teneriffa musste gar nicht tief graben, und schon stößte auf ´ne Hoehle! Obwohl sie vom meist unentdeckten Untergrund der Vulkan-Insel wissen, staunen die Arbeiter im Drachenbaum-Park nicht schlecht: Urplötzlich tut sich vor ihren Augen bei Instandhaltungsarbeiten eine riesige Gruft auf.

Erste Rufe in den Lava-Tunnel und ein Echo erst nach Sekunden lassen sofort darauf schliessen, daß die neu entdeckte Natur-Röhre kilometerlang sein muss.
Was die Arbeiter nicht einmal ahnen: Sie sind auf eine Entdeckung von allergrößtem wissenschaftlichen, kulturellen und touristischen Wert gestoßen. Sofort eingeleitete Erforschungen und Erkundungen haben bereits ergeben: Der Vulkan-Tunnel unterhöhlt den gesamten Drachenbaum-Park von Icod de los Vinos. Mit über drei Meter Durchmesser vor allem im Eingagsbereich leicht begehbar, ist er über einen Kilometer lang, und verfügt über zahlreiche Verzweigungen. Cabildo-Experten erwarten sogar unterirdische Verbindungen zu noch viel größeren Lava-Tunnel. Entweder zu einer bisher noch unentdeckten Unterwelt, oder sogar zur mit 15 km größten Lava-Röhre, der berühmten Cueva del Viento.

Das einzigartige Hoehlen-Labyrinth und lichtlose Biotop 800 m oberhalb von Icod de los Vinos wird gerade mithilfe von Cabildo-Geldern gesäubert, gesichert und begehbar gemacht und sollte eigentlich schon seit Wochen für Besucher geöffnet sein. Genau das erhoffen sich die Stadtoberen von Icod künftig auch von ihrer zweiten Entdeckung.

Drago-Park bald auch unter der Erde

Das Icoder Rathaus ist sich sicher: "Nicht nur neben, sondern geradezu unter dem "Drago milenario" sind wir auf eine zweite Touristenattraktion gestoßen". Stadtbeauftragter Bernardo Martin Socas: "Die überraschende Entdeckung ermöglicht es uns, den Besuchern einen einzigartigen Eingangsbereich zu einem ganzen Themenpark zu bieten". Was er damit andeuten will, lassen die Icoder gerade in einer Machbarkeitsstudie untersuchen: Ob der ganze Drachenbaum-Park demnächst um eine unterirdische Parklandschaft ergänzt und zu einem sowohl über- als auch unterirdischen "kanarischen Ethnografie-Park" - so Martin - optimiert werden kann. Im Zuge dieser Ausbauarbeiten erhoffen sich die Icoder noch spektakulärere Entdeckungen: Ganz Icod ist von den längsten Lava-Tunnels der Welt unterhöhlt.
Pk / TeFi



Insel-Residenten zahlen
bald nur noch die Hälfte


Santa Cruz. Na endlich. Erste gute Nachricht: Ab dem 1. März 2005 zahlen Teneriffa-Residenten für Schiffs- und Flugreisen von und nach dem spanischen Festland 38 % weniger und bekommen damit die "Nachteile" ihrer Insel-Lage und großer Entfernungen vom Staat entschädigt. Bisher waren es 33 % (Flug) und 25 % (Schiff).

Zweite gute Nachricht: Erst in letzter Minute und nur zum Teil hat sich die Kanarische Regierung beim Madrider Kabinett mit ihrer Forderung durchgesetzt, in den erhöhten Rabatt nicht nur den Fährverkehr mit dem Festland, sondern auch die Schiffsverbindungen innerhalb des kanarischen Insel-Archipels einzubeziehen: Innerkanarisches Inselhüpfen per Schiff wird, anders als der Festlandverkehr (mit 38 %) ab sofort mit "nur" 30 Prozent (bisher 25 %) Ticket-Ermäßigung bezuschusst. Innerhalb der nächten zwei Jahre soll der allgemeine Residentenrabatt, so eine Absprache zwischen Zentral- und Regionalregierung, sogar auf 50 % steigen.

Konfusion herrscht dagegen noch, was die rückwirkende Erhöhung des Residentenrabatts zum 1. Januar 2005 betrifft. Das spanische Ministerium für Transportwesen hatte sie Ende Januar rückwirkend zum Jahresbeginn bekannt gegeben, ohne allerdings auch nur ansatzweise Verwaltungsschritte einzuleiten, wie und wo Reisende der ersten beiden Monate den zuviel bezahlten Differenzbetrag zurück erstattet bekommen. Insider der Reisebranche beziffern den Aufwand für eine solche Geld-Zurück-Aktion für unverhältnismäßig und reagierten auf die Madrider Ankündigung mit unverständlichem Kopfschütteln. Bis zum 1. März hatten einschlägige Reisebüros wie ARCO in Puerto Cruz, keinerlei Hinweise auf Rückerstattungs-Modalitäten.
pK/teFI



Bis kurz vor Ostern wird gefeiert

Santa Cruz. Kaum sind Dreikönigs-Umzüge und Geschenke-Umtausch bewältigt, stürzen sich die Kanarios in die "fünfte Jahreszeit", den Karneval, das größte Fest Teneriffas und weltweit berühmteste Karnevals-Ereignis nach dem von Rio. Der Startschuss für die närrischen Wochen ist in der Insel-Hauptstadt Santa Cruz bereits am 13. Januar gefallen. Die Kandidatinnen bekannter Firmen und Institutionen für die Wahl der Karnevalskönigin haben sich präsentiert. Nur noch Latina-Narretei im Kopf haben Teneriffas Insel-Haupstädter ab dem 29. Januar, wenn die berühmten Tanzgruppen, die Comparsas, auf der Plaza de Espana in Santa Cruz aufmarschieren. Am 2. Februar wird die Hauptstadt-Karnevalskönigin gewählt. Der Ankündigungszug stimmt am Abend des 4. Februar in den Straßen von Santa Cruz auf den weltberühmten großen Karnevalszug von Santa Cruz ein, der am 8. Februar (dem deutschen Faschingsdienstag) die Metropole Kopf stehen läßt.



Karnevalisten-Höhepunkt
erst nach Aschermittwoch


In der zweiten großen Karnevalshochburg Teneriffas, in Puerto de la Cruz, wird der lateinamerikanische Insel-Karneval durch Elemente des rheinischen Karneval bereichert - nicht nur, weil Prinzenpaare und närrische Hofstaaten aus rheinischen Hochburgen nach Absolvierung der heimischen Termine nach Teneriffa zum Weiterfeiern kommen, und deutsche Narren und Närrinnen, die nicht genug kriegen können, zu einer karnevalistischen "Zugabe" einladen

Der große Karnevalsumzug von Puerto Cruz als Höhepunkt des Faschings in der nördlichen Touristenhochburg findet - auch mit rheinischen Farbtupfern und Klängen - logischerweise - erst am 12. Februar statt - vier Tage nach dem deutschen Aschermittwoch. Die Karnevalskönigin von Puerto Cruz wird bereits am 3. Februar gekürt. In einigen Gemeinden Teneriffas wird noch bis kurz vor Ostern weiter gefeiert. holaTeneriffa informiert aktuell über alle wichtigen Termine.
pk / teFi



Auf Teneriffa wird feste gefeiert

Santa Cruz. Wie Perlen an einer Kette sind sie aneinander aufgereiht – die Fest- und Feiertage, mit denen die Kanarios ab sofort und bis lange nach Aschermittwoch ihr Brauchtum hochhalten. Ganz so, als würde ihnen irgend jemand den Ruf als Lebenskünstler streitig machen. Kaum sind die Romerias ausgeklungen, erschallt schon wieder der Ruf „Auf die Plaza, fertig los“! Der Duft frisch gerösteter Kastanien und von neuem Wein lockt rund um die Insel am Vorabend des 30. November zur San Andres-Fete. Die lauteste Volksbelustigung auf Teneriffa: Vor allem in Icod de los Vinos stürzt sich die Insel-Jugend in selbstbebastelten Straßenrodel, auf Holzbrettern, Haustüren, Autoteilen, ja sogar in ganzen Badewannen die steilsten Pflasterstraßen in die Tiefe hinab. Oft meterlange Ketten ausrangierter Büchsen sorgen für zusätzlichen Lärm. Zugleich ist „Correr las tablas“ der blutigste aller Volkssportarten: An den Tagen nach dem 29. November-Abend läuft halb Icods de los Vinos mit Kopfverbänden, Arm- und Beinbandagen herum. Aber keine Blessur vom letzten Jahr hält sie in diesem von dem rauhbeinigen Vergnügen ab.

Ganz in „rot“ und in bunten Weihnachtsschmuck tauchen die Städte und Einkaufspassagen Teneriffas ab dem ersten Advent ein. Geradezu kilometerlange Alleen aus Weihnachtssternen und Lichterketten sollen zum Kaufrausch animieren. Damit ihnen die großen Einkaufscenter auf der grünen Wiese nicht wieder Kunden wegnehmen, haben sich die Einzelhändler im Süden etwas besonderes einfallen lassen: Aus der Einsicht, daß Papi und Mama Zeit und Muße zum Einkaufen brauchen, entstand die Idee, in den Einkaufszentren von Las Ameriacas, Los Cristianios und Las Galletas Kinder mit besonderen Attraktionen zu fesseln. Springbrunnen, Spielplätze, Sackhüpfen und Puppentheater sollen ihren Eltern zu stundenlangem Einkaufen verhelfen.

Nach Aschermittwoch geht´s richtig los

Eine Woche nach dem kanarischen Geschenke-Austausch an Dreikönig am 6. Januar beginnt in der Insel-Hauptstadt Santa Cruz „Europas größter Karnevalsrummel“, der weltweit zweitgrößte direkt nach Rio. Ab dem 13. Januar blasen und marschieren die Musikgruppen zu ihrem Wettbewerb, Ab Anfang Februar gibt es in Santa Cruz kaum noch einen Tag ohne Straßen-Karneval. Am 2. Februar wird auf einer gigantischen Gala im Freien die Karnevalskönigin gewählt. Der ganz große Karnevals-Umzug legt am „Faschingsdienstag“, 8. Februar, die Insel-Hauptstadt lahm.

In Teneriffas zweiter Faschings-Hochburg mit großer deutscher Beteiligung rheinischer Narren und prominenter Prinzenpaare, in Puerto Cruz, locken von Ende Januar bis zum 13. Februar die „Heldinnen der Antike“ sozusagen zum Tanz. Der große Faschingsumzug ist in Puerto Cruz am 12. Februar, dem Samstag nach „Aschermittwoch“, angesagt. Rund um die beiden Karnevalshochburgen, auf den Dörfern Teneriffas, wird rundum noch wochenlang nach Aschermittwoch weitergefeiert. So ist der Karnevalsumzug von Los Gigantes traditionell am Wochenende vor Palmsonntag.
- pK-teFi -


Labyrinth für Anfänger und Fortgeschrittene

Längste Vulkan-Höhle offnet 2005

Für 29 Euro nach
Teneriffa fliegen


Santa Cruz. Nun sind sie aber definitiv urlaubsreif - die Schnäppchen-Jäger, die für schlappe 29 Euro mit der Lufthansa-Tochter www.condor.com von Deutschland nach Teneriffa fliegen. Und möglichst zum gleichen Spottpreis wieder zurück! Ein solches Doppel-Schnäppchen zu ergattern, war der eigentliche Stress (und Riesen-Spass) bei der Jagd auf Billigst-Tickets vom Qualitäts - Carrier. Hat aber bei tausenden Nutzniesser der Kanaren-Aktion "Hasta-la-vista-Fliegen" geklappt.
Was an diesem Wochenende noch zu ergattern ist, sind Restplätze, aber immerhin. z.B. München-Teneriffa-Süd (TFS) für 29 Euro im April 2005: 6. April, 20, 21, 22, 24, 27., 28, 29 April. München-TFS fuer 39 Euro: 23. und 30. April.
Stuttgart-Teneriffa-Süd für 29 Euro am 24. April, 27., 29. April. An den Samstagen 23. April und 30. April kostet der Luftsprung mit Condor auch von Stuttgart nach TFS je 39 Euro.
Das Teneriffa-Ticket zum Taxipreis gibts derzeit zu 29 Euro auch noch vom Hamburg am 27. März, von Dresden am 10. und am 20. April und am 22. April von Leipzig/Halle. Gebucht kann direkt unter www.condor.com im Internet, oder unter den Tel. 01803-333130 oder 0034-922-902490902. Mit solchen und ähnlichen Aktionen wollen Condor&Co die Ticket-Jäger weg von Last-Minute zum langen Vorausbuchen verführen.

www.condor.com

Icod de los Vinos. Ab Frühjahr 2005 haben Touristen in Icod eine hochspannende Ausflugs-Alternative zum angeblich 3000 Jahre alten Drachenbaum: Sie können in Europas größter Vulkan-Röhre "Cueva del Viento" ein einmaliges Labyrinth unterirdischer Gänge und Röhren erforschen - ein einzigartiges biologisches Mikro-Reservat.

Erstmals nach mehreren hilflosen Experimenten in den vergangenen Jahrzehnten unternehmen Regierung und Gemeinde den ernsthaften Versuch, das spektakuläre Wunderwerk der Natur der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Besucher kann sich zwischen zwei höchst unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden entscheiden. Eine Vulkan-Röhre ist "für jedermann begehbar". Eine zweite ist "nur für sportlich durchtrainierte und schwindelfreie Besucher mit Alpin-Erfahrung" geeignet.

Zunächst soll das 170 m lange Teilstück "El Sobrado" geöffnet werden. Um den Höhlen-Eingang gruppiert sich ein Besucherzentrum der "Ideco", die den Höhlentourismus managt. Knapp 720. ooo Euro hat das Insel-Cabildo spendiert, um die 18 km langen Höhlen-Galerien, zur wilden Müllkippe verkommen, von 5.000 Tonnen Müll, Bauschutt und Geröll zu befreien, die Gänge zu reinigen, zu stabilisieren und zu beleuchten. Das verschafft Einblicke in manches Naturwunder: Wissenschaftler haben bisher 190 Lebewesen entdeckt. 48 davon leben in absoluter Dunkelheit, 15 waren den Biologen bisher unbekannt. Darunter auch eine Kakerlake ohne Augen.
- pk / teFi -






 


Ein Herrensitz auch
für die Damen
der Schöpfung





Hotel-rural Ibo Alfaro















































































































































































































































































































































































































































































































Teneriffa erlebt Renaissance
der Windjammer-Romantik

Die Pamir versinkt ein 2. mal im Atlantik - ganz nach Drehbuch


Santa Cruz / Hamburg. Teneriffa ist Europas Idealstandort, um der Besatzung von Windjammern Schweißperlen auf die Stirn zu treiben: Sowohl lähmende Flaute als auch stürmische See - beide Wetter-Extreme bietet die größte Kanaren-Insel am gleichen Drehtag. Von diesem Wettergutachten des meteologischen Instituts in Hamburg und gleichlautenden Tipps erfahrener Seefahrer animiert, wird die größte deutsche Fernsehproduktion des Jahres 2005 im September 2005 für rund 20 Drehtage in Teneriffa vor Anker gehen. Zwischen dem 3. September und dem 25. September wird der majestätische Viermast-Grosssegler nicht nur im Hafen von Puerto de la Cruz, Ostmole, oder vor der Küste Teneriffas die Herzen der Windjammer-Begeisterten höher schlagen lassen. Mindestens 150 Komparsen werden am 13. August rekrutiert werden, und dürfen für viel Spaß und ein kleines Taschengeld sogar in dem 2 mal 90-Minuten-Fernsehspiel mitwirken. "Die Pamir - Schicksal einer Legende" wird als packender Spielfilm der ARD voraussichtlich 50 Jahre danach aufarbeiten, wie und warum am 21. September 1957 um 13 Uhr der Prestige-Windjammer, und Schulschiff der deutschen Handelsmarine, 500 Seemeilen südwestlich der Azoren im tobenden Hurrikan zerfetzt wird und untergeht. Fast die gesamte 86-Mann-Besatzung ist vom tropischen Wirbelsturm mit ständig wechselnden Sturmböen in die Tiefe mitgerissen worden. Nur sechs Besatzungsmitglieder konnten dank der weltgrößten Rettungsaktion für Schiffbrüchige der Tragödie aus seemännischer Unerfahrenheit, Inkompetenz, Zufällen, dem Hurrikan bzw. den Haien entkommen.
Ein Verdienst der über 7 Millionen Euro schweren Produktion wird es sein, wie offen die historischen Tatsachen des Untergangs blossgelegt und die Geschichtsklitterung der Reederei von der "schicksalhaften Fügung" entlarvt wird. Die Pamir ist, soviel ist gesichert, nicht durch Sturmschäden gekentert, sondern fiel einem Stabilitätsunfall zum Opfer. Wegen eines Hafenarbeiterstreik in Buenos Aires konnten die 4000 Tonnen Gerste, der Inhalt von 160 Lkw, nicht, wie vorgeschrieben, in Säcke verpackt und im Schiffsrumpf ausgetrimmt werden. Ein unerfahrener Pamir-Kapitän liess die wie Wasser fliessende Gerste einfach in den Schiffsrumpf blasen. Selbst ein harmloserer Sturm als der Hurrikan "Currie" hätte den Grosssegler umwerfen können.

Teneriffa hat Chance
zum Hollywood Europas


"Das wird ein Riesenspektakel", freut sich Aydin Riza (43), Chef der "sur-film" bzw. der Muttergesellschaft "taucho.tv", die die Polyphon-Produktion unter Regisseur Kaspar Heidelbach ("Das Wunder von Lengede") vor Ort auf Teneriffa als Service-Produktionsdienstleister unterstützen. "Das wird nicht bloss die Nagelprobe für unsere neuen Produktionsgesellschaften. Damit kann Teneriffa als Filmstandort Karriere machen, und beweisen, dass es die Chance zu einem Hollywood Europas hat", prognostiziert Aydin Riza. Mit Marko Schiebeck (31) hat der umtriebige Fernsehmacher aus Adeje einen erfahrenen Producer für seine "sur-film" gewonnen.

Aber auch für eine so erfahrungsreiche Produktionsleiterin wie Christine Carben Stotz sind die drei Drehwochen auf Teneriffa ein herausforderndes Abenteuer: "Auf einem Schiff wie einem Viermaster zu drehen, und dabei nur Wind und Wasser ausgeliefert zu sein - was für eine faszinierende Bewährungs- und Belastungsprobe!" Teneriffa ist für die Produktionschefin nicht nur hochinteressant, weil es sowohl mit Flaute auch auch stürmischer See an einem einzigen Tag ideale und damit planbare Produktionsbedingungen vorhält. Die TV-Profis aus Hamburg, Köln und aus Adeje sind auch deswegen von Teneriffa überzeugt, weil es neben idealen Drehbedingungen eine typische "argentinische Hafenkulisse" im spanischen Kolonialstil für die Vorgeschichte des Pamir-Untergangs bereit stellt. Das Ayuntamiento von La Laguna und sein Umfeld, der Fischerhafen von San Andres, die Ostmole in Santa Cruz, all das und vieles mehr sind optimale Schauplätze, um den Arbeiteraufstand von Buenos Aires als Ursprung der Pamir-Tragödie in Szene zu setzen.

Zum Tango nach Puerto Cruz


Bereits ein flüchtiger Blick ins 300-Seiten starke Drehbuch belehrt ausserdem, welche Kneipe auf Teneriffa künftig als Schauplatz für einen geradezu herzzerreißenden Tango-Klassiker identifiziert wird: Das "Azucar" in der Calle Iriarte in Puerto de la Cruz. Für die Rekrutierung der Film-Komparsen am 13. August sind Aydin Riza, die Kölner Komparsenspezialistin Angie Peters und Produktionsleiterin Christine Carben-Stotz vor allem an Männern, aber auch Frauen mit südamerikanischem Outfit interessiert. "Wir müssen uns stets daran erinnern, wir leben im September 1957. Bunt gefärbte Haare, Erokesenschnitt, Tätovierung oder gar Piercing gab´s damals noch nicht. Frauen trugen schulterlanges Haar. Das muss zumindest reproduzierbar sein." Für hochdramatischen Szenen in La Laguna respektive im Hafen von Santa Cruz werden wütend streikende Hafenarbeiter bzw. streikbrechende Soldaten gesucht. Damit den Windjammer-Nostalgikern auf Teneriffa der tragische Augenblick der Pamir-Versenkung erspart bleibt, und weil es ein Spezialstudio für "Schiffsuntergänge" gibt, wird der eigentliche Untergang und der hochdramatische Überlebenskampf der Schiffbrüchigen gegen Haie in den Wasser-Studios von Malta gedreht. Die Film-Pamir alias die russische Viermastbark "Sedov" aus Kieler Werft hat längst Kurs auf Teneriffa genommen. Am 20. Juli ist sie bei "Elbe 1" vom Lotsen mit Kurs Nordsee und Süd-Atlantik verabschiedet worden.
c/ TextFinca





Polizei schließt die beliebten
Canal 60 und Radio Veronica


Puerto Cruz. Guardia Civil, Justiz, Anti-Piraterie-Kommission des Kultusministeriums und Urheberrechte-Organisation EGEDA haben mit einer Razzia in Studios und Sendezentren dem beliebten deutschen TV-Sender Canal 60 und dem populären Radiosender Radio Veronica den Hahn abgedreht, beide zur Sendepause gezwungen, und Riesenmengen an Beweismaterial sichergestellt: Rund 1500 Videobänder, 360 CDs, 11.000 MP3-Musikstücke und sieben Computer im Wert von 290.000 Euro wurden beschlagnahmt. Zwei Mitarbeiter wurden vorläufig festgenommen.

Der Vorwurf: die Sender hätten via Satellit deutsche und englische Programme angezapft und aufgezeichnet, die ausländische Werbung herausgeschnitten und durch lokale Werbung aus Teneriffa ersetzt, und anschließend die geklauten Programme ausgestrahlt. Da Fernsehen und Radio auch in diesem Fall öffentlich waren, dürften Justiz und EGEDA, die fünf deutsche Fernsehsender und diverse Privatopfer der Piraterie vertreten will, der Beweis nicht allzu schwer fallen. Canal 60 war auch deshalb im Inselnorden von Teneriffa deutschen Residenten so beliebt, weil sie, ausser Lokalnachrichten, die beliebtesten Programmelemente von ARD, ZDF und vieler Kommerzsender ohne Empfangs-Schüssel, ja sogar verschlüsselte Programme wie spektakuläre Fussballspiele kostenfrei empfangen konnten.

Jose Miquel Tarodo, Geschäftsführer der EGEDA, beziffert den Schaden für die Opfer der Film-und Musikpiraterie vorläufig auf rund 900.000 Euro. In Malaga und Pontevedra / Galicien wurden Piratensender zu über 10 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt. Tarodo räumt aber ein, ein Fall von einer solchen Größenordnung wie in Puerto Cruz sei ihm noch nie begegnet.

Brisante Razzia


Die Polizeiaktion im Studio ist besonders pikant und brisant, weil dabei auch der Sohn einer der angesehensten Familien Teneriffas vorläufig festgenommen wurde. Der 52jährige J.E. del C.R.R. Auch sein Vater, Besitzer, Herausgeber und Direktor der angesehenen Tageszeitung "El Dia", musste zur Vernehmung bei der Polizei antanzen. Der Zeitungsverleger und Möchtegern-Medien-Mogul von Teneriffa hatte noch am 1. Mai in "El Dia" in einem Kommentar in eigener Sache stolz den Erwerb von Canal 60 und Radio Veronica verkünden lassen und geschlagzeilt: "El Dia vervollständigt seine Multimedia-Gruppe". In Zukunft würde auf Deutsch, Englisch und Spanisch gesendet.
c / TextFinca




Blinde Passagiere von Olsen
schafften es sogar zum 0-Tarif


Santa Cruz. Geht es nach dem Willen von Stelios Haji-Ioannou, wird ab kommendem Winter auch das nobelste Segment im Teneriffa-Tourismus, das per Kreuzfahrt-Schiff, zum Billig-Tarif zu haben sein. Der Präsident des Billig-Fliegers "easyjet" hat sein genau so aggressives wie erfolgreiches Wirtschaftsimperium um die Kreuzfahrt-Sparte erweitert und wird bereits am 6. Juni das erste Schiff seiner Flotte in Dienst stellen. Mit ihm wird er für 75 Euro pro Nacht Passagiere in St. Tropez, Nizza, Cannes, Monaco, San Remo, Genua und Portofino an Bord nehmen und durchs Mittelmeer schippern. Buchungen sind zwischen zwei Tagen und zwei Wochen möglich. Wenn sich im Winter in Nizza und Monaco kein Hund vor die Türe wagt, will der clevere Ticket-Revolutionär seine Billig-Kreuzfahrten nach Afrika und auf die Kanaren dirigieren. Allerdings ist im Preis von 75 Euro pro Nacht nicht alles, wie sonst bei Kreuzfahrten, all inclusive: Verpflegung und Getränke müssen extra bezahlt werden. Die 10-qm-Kabine ist oft fensterlos, also im Schiffs-Innern gelegen. Der easyjet- und easycruise-Boss verfolgt damit eine Strategie, für die all-inclusive-geschädigte Touristenziele wie den Kanaren ihm am liebsten die Füsse küssen werden: Er will damit seine Passagiere ermuntern, überall, wo er anlegt, auch tatsächlich an Land zu gehen und die dortige Gastronomie zu entdecken. Einschiffen nach einem Hafenbummel oder auch ausgiebigen Landgang ist erst in den frühen Morgenstunden. Gebucht werden kann ausschliesslich über Internet:

Kreuzfahrt-Luxus zum billigsten Lowrate-Tarif - zum Null-Tarif - und das auch noch auf einer Jungfernfahrt, dieses Kunststück haben zwei Strassenverkäufer aus Tansania und Burundi fertiggebracht. Nach dem Stapellauf in Australien und zur Überführung nach Teneriffa machte der "Porsche" der Seefahrt, der hypermoderne und 42 Knoten schnelle Trimaran "Benchijigua Express" als neues Flaggschiff der Olsen-Flotte gerade Zwischenstopp in Kapstadt. Dem 24jährige und seinem 26jährigen Freund gelang es, sich unbemerkt an Bord zu schmuggeln und dort zu verstecken. Als sie von der Crew aufgestöbert wurden, nahm der neue Olsen-Flitzer mit fast 89 Sachen schon Kurs auf Teneriffa. Die 20-köpfige Besatzung versorgte sie all-inclusive: Sie machte den blinden Passagieren bereitwillig Platz in ihren Kajüten, versorgten sie mit frischer Kleidung, warmen Mahlzeiten und kühlen Getränken. Auf den Kanaren angekommen, erging es den Luxus-Immigranten allerdings nicht anders als jenen, die auf klapprigen Fischtrawlern angeschwemmt werden. Die Ausländerpolizei besorgte den Rücktransport.

Der schnittige Trimaran bedient seit Anfang Mai als Fred.Olsen Express die neue Rennstrecke Los Cristianos/Teneriffa-La Gomera-La Palma. Rund 1350 Passagiere und 341 Fahrzeuge lässt er mit 42 Knoten, fast 80 km/h, zur Nachbarinsel "fliegen".
Konkurrent Naviera Armas setzt mit fast ähnlichem Fassungsvermögen von 70 Trailern, 600 Pkw und 1000 Passagieren seiner "Volcan de Timanfaya" ab sofort von Teneriffa nach Lanzarote über.

Ein Bonbon unter all den vielen Luftcarriern, die ihre Starts auf Teneriffa um viele neue Destinationen erweitern, offeriert die spanaische Fluggesellschaft "Air Europa". Vom Nordflughafen Los Rodeos aus fliegt ein hochmoderner A 340-200 mit 286 Sitzplätzen ab 22. Mai 2005 nach Peking und Shanghai. Nur in Madrid wird zwischengestoppt. 649 Euro kostet das Ticket für hin und zurück.
c / TextFinca




CIA entführte Terror-Zeugen
über Teneriffas Südflughafen


Santa Cruz. Die kanarische Politik ist empört über den Missbrauch des beliebten Touristenlandeplatzes und verlangt von der Madrider Zentralregierung unverzüglich Aufklärung.
Es geht um Teneriffa-Transitpassagiere, die auf keiner Passagierliste stehen. Ihr Kommen und Gehen ist ebenso geheimnisumwittert wie amtlich streng geheim gehalten. Die Rede ist von Passagieren des Südflughafens "Reina Sofia", die höchst unfreiwillig hier zwischenlanden und genau so schnell wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Die angeblichen islamistischen Terrorverdächtigen sind in europäischen Ländern oft ohne Wissen der betreffenden Länder entführt worden. Entführt vom amerikanischen Geheimdienst CIA. Um sie z.B. auf die amerikanische Folterbasis Guantanamo auf Kuba zu verschleppen, und sie dort ohne lästige Kontrolle der Justiz beliebig lange festhalten zu können.

Laut Zeitungsmeldungen unter Berufung auf Informaten aus der Regierungspartei Coalicion Canaria sind ausser dem Internationalen Flughafen "Reina Sofia" auch der Airport Palma de Mallorca für geheima Zwischenstops missbraucht worden. Insider sprechen von einer unzumutbaren Explosion der Gefährdung, sollte es zu Gefangenenbefreiungen oder Anschlägen kommen.

Nachweisen können die Informaten zumindest einen Zwischenstop des "fliegenden CIA-Gefängnisses" auf Teneriffas Südflughafen am 7. Mai 2004. Die als unauffälliges Geschäftsreiseflugzeug für Top-Manager getarnte "Gulfstream IV" für zwölf Passagiere habe insgesamt über 50 mal das Verhör-Lager Guantanamo auf Kuba angeflogen. US-Behörden wollten, wie üblich, weder bestätigen noch dementieren. Auch Madrid lehnte einen Kommentar kategorisch ab. Die Zwischenlandungen würden als "privat" eingestuft, was Insider bei der Destination auf Kuba mit Landeerlaubnis ausschliesslich für den US-Militär- und Geheimdienst-Verkehr als indirekte Bestätigung einstufen.
c / TextFinca




Casino wird Luxus-Hotel

Puerto Cruz. Rien ne va plus! Nichts geht mehr. Dieses ultimative Croupier-Kommando wird nur noch wenige Monate im legendären "Casino Taoro" ertönen. Damit der Tourismus in der Urlauberhochburg Puerto Cruz wieder eine Zukunfts-Perspektive erhält und es nicht auch für das Touristenzentrum im Insel-Norden eines Tages heisst, rien ne va plus, haben Stadt Puerto Cruz und Insel-Regierung zum gigantischen touristischen Großreinemachen und Face-Lifting geblasen.

Für das ehrgeizige Vorhaben, Image und Infrastruktur im ganz grossen Stil aufzupolieren, haben Stadt und Cabildo eigens eine Sonderkommission eingesetzt, die den touristischen Rettungsplan mit Inhalten zu füllen hatte. Das Ergebnis hat der Vizepräsident und Ressortchef Tourismus, Jose Manuel Bermudez, aus dem Sack gelassen: Als Nachfolger des zum Badezentrum Lago Martianez umziehenden Casino soll ein Luxus-Hotel mit Wellness-Bereich in den U-förmigen Prachtbau einziehen. Damit soll das Angebot an 5-Sterne-Hotels in Puerto Cruz verbessert werden. Der Prachtbau, der adlerhorstähnlich über der Touristen-Hochburg im Insel-Norden thront, wird noch im Herbst seinen wichtigsten Mieter, das Casino verlieren, und soll wieder als Luxus-Herberge reaktiviert werden. Nach dem gerade um ein Spa-Zentrum aufwendig erweiterten und erst kürzlich totalrenovierten 5-Sterne-Luxustempel "Hotel Botanico" bekäme Puerto Cruz damit eine zweite Hoteladresse mit Wellness-Orientierung für den Geldadel. Wenn sie an Bedarf und zu erwartende Auslastung denken, zucken Insider der Hotellerie-Szene über die Politiker-Pläne allerdings verständnislos mit den Schultern.

Echte Verbesserungen verbergen sich dagegen hinter den kühnen Projektstudien namens Gesturis, aus denen jetzt Einzelheiten durchgesickert sind. Vom EU-Programm Interreg III-B gesponsort, macht Gesturis aus Puerto Versuchskaninchen, Modellvorhaben und Teststrecke für den Bedarf, in die Jahre gekommene Touristenzentren wieder aufzupolieren. Von den Stadträten und Unternehmern sollen die futuristischen Planspiele bereits mit Interesse aufgenommen worden sein.

So soll der gerade bei deutschen Residenten beliebte Stadtteil La Paz über eine Seilbahn und Rolltreppen mit dem Strand verbunden werden. Der Martianez-Hang oberhalb vom Martianez-Strand soll öffentlicher Park werden. Das berühmt-berüchtigte Iders-Gebäude, wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt, soll touristisch revitalisiert werden und künftig ein Kulturzentrum beherrbergen. Alle Hotels und Wohngebäude bon Martianez sollen renoviert, restauriert und modernisiert werden. Radikal umgestaltet werden soll auch die Prachtallee Avenida Generalisimo - künftig laut Architektenteam GBGV und Beratungsagentur Edei eine verkehrsfreie Fußgänger-Zone. Mit einem Parkhaus für 900 Pkw´s im Untergrund.
Pk / TeFi

Fotos:
1) Per Rolltreppe und Seilbahn von Puerto Cruz / La Paz zum Playa Martianez
2) Das erhabene Casiono Taoro soll sich in ein Luxus-Hotel verwandeln
3) Heute noch Eldorado der Sonnenanbeter - demnaechst Hochburg fuer Gluecksspiel: Lago Martianez





Der ZDF-Ferienarzt wird
Opfer von Reinkarnation



Santa Cruz. "Herzklopfen", so betiteln ZDF und Promi-Produzent Wolfgang Rademann (Traumschiff, Schwarzwaldklinik ect.) die Teneriffa-Ausgabe ihrer neuesten Reihe "Der Ferienarzt von ....". Nein, Herzklopfen kann auch das viele-Millionen-Publikum zuhause am Bildschirm 90 Minuten lang einkalkulieren, wenn das neue Rennpferd der Sonntagabend-Unterhaltung aus Mainz ausgestrahlt wird.

Bisher sind kleinere und größere Wehwehchen von Urlaubern, anrührende Tier- und herzzerreißende Liebesgeschichten in Capri, Provence, Korfu, Gardasee und Wachau zu einer "schmerzfreien" Unterhaltungsstory zusammengestrickt worden. .

Herz und Schmerz kommen auch beim "Ferienarzt von Teneriffa" keineswegs zu kurz. Allerdings ist vor der atemberaubenden Kulisse der Vulkan-Insel zusätzlich ein inselspezifisches Mysterium packend in Szene gesetzt worden: "Herzklopfen" wird Teneriffa als Insel der Magie, der magischen Ur-Kräfte und der Wunderheilung ins Bewusstsein rufen. .

Dafür sorgt alleine schon der (vorerst noch geheime) Inhalt über Teneriffa-spezifische Wunder. Nicht nur, dass Blinde wieder Farben erkennen können. Zentrales Thema ist ein Fall von Reinkarnation: Hauptfigur Ferienarzt Dr. Martin Roth (Sigmar Solbach) hat vor fünf Jahren seine Frau bei einem Autounfall verloren. Neu verliebt, will er die Angebetete heiraten. Allerdings wird das Liebes-Paar auf Schritt und Tritt von einer Unbekannten (Simone Thomalla) verfolgt. Mit mysteriösen Kräften macht die Rätselhafte dem Paar das Leben zur Hölle. Was die Verfolgerin ihren Opfern alles antut, hat Regisseur Dieter Kehler (Traumschiff, Rosamunde Pilcher, ect.) zwischen Teidegipfel, Monasterio-Gastronomie, Hotel Botanico und Loro Parque an rund 20 Drehtagen gekonnt inszeniert. Der "Ferienarzt von Teneriffa" mit "Herzklopfen" wird ausgestrahlt vom ZDF am Sonntag, 10. April, zur Hauptsendezeit um 20,15 Uhr. .
pK / teFi .

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Was versteckt sich hinter
Martins Schock-Therapie



Santa Cruz. Adan Martin, aus Teneriffa stammender Präsident der gesamtkanarischen Regierung, hat in der Tourismusbranche Stirnerunzeln, Kopfschütteln und blankes Entsetzen ausgelöst. Vor der Handelskammer forderte der Premierminister in den nächsten zwei Jahrzehnten tiefgreifende strukturelle Änderungen, um Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Zukunft des kanarischen Archipels ganz generell zu sichern. Nach Ende der Boom-Jahre werde die Touristenbranche in den nächsten 20 Jahren wohl kaum in der Lage sein, Arbeitsplätze zu schaffen und maßgeblich zum wirtschaftlichen Wohl der Kanaren beizutragen. Deshalb, so Martin, bleibe den Kanaren nur die Wahl, die Energien auf neue Sektoren umzuleiten.

Der kanarische Regierungs-Chef weist den Kanaren eine völlig andere Zukunft vor allem als Drehscheibe und Dienstleistungsplattform für den internationalen Transport zu. Für diesen Strukturwandel werde er entschlossen kämpfen. Die Zuhörer aus Politik und Wirtschaft waren vollends geschockt, als auch noch der Präsident der gesamtkanarischen Handelskammer ins gleiche Horn blies: "Die Inseln können nicht allein in Abhängigkeit von den Touristen leben, die in jedem Jahr kommen und gehen, und nicht selbstzufrieden auf das Bisherige blicken und sich neuen Wegen verweigern."

Wollen die Kanaren, wo gerade erst insbesondere mit deutschen Steuer-Euros eine perfekte touristische Infrastruktur für Jahrzehnte etabliert worden ist, sich vom Tourismus schon wieder verabschieden? Von solchen besorgten Fragen bis hin zu arglistigen Unterstellungen reichten die entsetzten Reaktionen: Von welchem Teufel, nach all seinen kostspieligen familiären Streitfällen, sei Adan Martin denn nun geritten?

Teneriffa interessanter als Helgoland

Tatsache ist: 2004 haben 400.000 Touristen weniger die Kanaren besucht. Aber immer noch 85 % vom Bruttoinlandsprodukt (BIC), so ein Insider, werden im Tourismus erwirtschaftet. "Wozu also das Kind mit dem Bade ausschütten!" Die von holaTeneriffa befragten Regierungs-Insider sehen die Martin-Ankündigung weniger dramatisch. Teneriffa und die anderen Kanareninseln, erinnern sie, seien die interessanteste steuerfreie Zone, bei weitem noch interessanter als andere Sonderwirtschaftsgebiete wie beispielsweise Helgoland. Und nur fünf Prozent Mehrwertsteuer. Eine andere graue Eminenz der kanarischen Politik und Wirtschaft erinnert an die großen Chancen Teneriffas, als Eintritts-Tor für ausländische Erzeugnisse in den Riesenmarkt der erweiterten EU mit 330 Millionen Konsumenten Karriere zu machen: "Sobald nur 10 Prozent eines Fernost- oder Südamerika-Produkts auf Teneriffa gefertigt wird, ist damit das ganze Produkt europäisiert." Ohne diesen enormen Vorzug werden oft Einfuhrzölle bis 40 Prozent fällig.
Was Adan Martin, den Teneriffa-stämmigen Regierungschef aller sieben Inseln des Kanaren-Archipel, wie andere auch, in der Tat alarmiert und wurmt, sei - so diese Insider hinter vorgehaltener Hand - in Wirklichkeit das EU-widrige Ungleichgewicht der gesamtkanarischen Entwicklung. So baue Gran Canaria partout jede beliebige Straße, jeden Strassen-Tunnel, jeden Hafen, und sauge mit dieser modernen Infrastruktur jeden Investor auf sich. Auf Teneriffa dagegen werde jede entscheidende Infrastruktur-Verbesserung blockiert: wie beim inselweit geschlossenen Autobahn-Ring, bei der zweiten Piste am Flughafen Süd, beim Hafenprojekt von Granadilla.
pK / teFi